Infos zum Energieausweis


Hier finden Sie  noch detailliertere Informationen über Energieausweise und deren gesetzliche Grundlage!

Was ist die EnEV?

Um die Klimaziele und die Ziele der Energieeinsparung zu erreichen, gelten in Deutschland einige regulierende Verordnungen, die den Energieausstoß von Gebäuden zügig reduzieren sollen. Diese Regelungen gelten daher sowohl für den Neubaubereich, als auch für Bestandssanierungen.

Das zentrale Element dieser Verordnungen stellt die Energieeinsparverordnung oder kurz EnEV dar.

 

Die Verordnung formuliert Anforderungen an Gebäude, die unter Einsatz von Energie geheizt oder gekühlt werden. Dabei bestehen Vorgaben zu den Bereichen Gebäudehülle, Heizung, Kühlung, Lüftung, Beleuchtung, Warmwasserversorgung und sommerlicher Wärmeschutz.

Detaillierte Informationen zu den Anforderungen in den einzelnen Bereichen finden Sie weiter unten.

 

Wie hängen EnEV-Nachweis und Energieausweis zusammen?

Grundsätzlich hängen die EnEV und der Energieausweis zusammen. Die Ausstellung des Energieausweises ist jedoch nur der letzte Schritt des gesamten EnEV-Verfahrens, denn bereits zur Einreichung des Bauantrages bei der unteren Baurechtsbehörde ist ein EnEV-Nachweis nötig.

Dieser bestätigt, dass das System aus geplanter Gebäude-Substanz und der enthaltenen Anlagentechnik die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt.

 

Welche Vorgaben stellt die EnEV?

Die EnEV stellt Vorgaben hinsichtlich Gebäudehülle, Anlagentechnik und sommerlichem Wärmeschutz, die für Wohn- und Nichtwohngebäude gelten, allerdings jeweils einzeln betrachtet werden müssen. So sind für ein Mischgebäude mit Wohn- und Nichtwohnteil zwei separate Nachweise zu führen, es sei denn der Flächenanteil einer der beiden Nutzeinheiten beträgt unter 10% der Gesamtfläche.

 

Welche Version ist gültig?

Die EnEV trat im Jahr 2001 die Nachfolge der Wärmeschutzverordnung (WärmeschutzV) an und wurde inzwischen bereits mehrfach novelliert.

Die aktuell gültige Fassung ist die EnEV 2014, die am 01.05.2014 in Kraft trat und die bis heute gilt.

In dieser EnEV war jedoch bereits eine Verschärfung der Anforderungen zum 01.01.2016 vorgesehen, die umgangssprachlich als EnEV 2016 bezeichnet wird.

 

Für den Bau eines Gebäudes ist die EnEV daher wie folgt auszulegen:

Wurde der Bauantrag für ein Projekt vor dem 01.01.2016 gestellt, gilt die ursprüngliche EnEV 2014, bei Antragsstellung ab dem 01.01.2016 jedoch die verschärfte Fassung. Entscheidend ist ausschließlich das Bauantragsdatum.

 

Was ist alles in der EnEV geregelt und welche Themen-Felder müssen nachgewiesen werden?

Für die Bewertung der energetischen Eigenschaften Ihrer Immobilie wird zunächst ein 3D-Modell erstellt, das die energetischen Eigenschaften aber auch die Randbedingungen und Einwirkungen detailgetreu abbildet. Anhand dieses Modells wird dann geprüft, welche Anlagentechnik und zusätzlichen Berechnungen für das Erreichen der EnEV-Vorgaben mindestens zu wählen ist.

 

1) Der Primärenergiebedarf - das Maß aller Dinge

Wie bereits eingangs auf dieser Seite beschrieben, dient die EnEV in erster Linie dazu, den Energiebedarf und somit den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

Dazu werden alle im Gebäude genutzten Energiearten auf deren Nachhaltigkeit hin bewertet und mit einem Primärenergiefaktor versehen, der angibt, welcher Anteil dieser Energieform nicht erneuerbar ist und wieviel Energie zusätzlich benötigt wird um diese Energieform am endgültigen Verwendungsort nutzbar zu machen.

Diese Anteile sind in der EnEV festegelegt - hier einige Beispiele:

  • Stückholz                                  0,2
  • Strommix (Netzbezug)        1,8
  • Strom aus Photovoltaik      0,0
  • Erdgas                                        1,1
  • Heizöl                                         1,1
  • Fernwärme aus KWK            0,7

Um die Anforderungen der EnEV zu erreichen sind nun 3 Kombinationsvarianten möglich:

  1. fossiler Brennstoff + extreme Gebäudedämmung
  2. erneuerbarer Brennstoff + Dämmung nach Mindestanforderungen (oder zumindest Kombination aus fossilem und regenerativem Brennstoff)
  3. fossiler Brennstoff + Dämmung in sinnvollem Umfang + zusätzliche Berechnungen

Zumeist bieten Energieberater jedoch lediglich die beiden ersten Varianten an. Dies führt zu unwirtschaftlich hohen Aufwändungen für die Dämmung oder die Anlagentechnik, sodass die Baukosten allenfalls steigen.

Unser Büro hingegen ist vertraut mit den Themen Wärmebrückenberechnung und nutzt zudem kostengünstige Blower-Door-Tests um hohen baulichen Mehraufwand zu vermeiden.

 

2) Zusatzanforderungen an die Gebäudehülle

Um den Heizenergiebedarf auch bei der Nutzung regenerativer Brennstoffe nicht völlig ausufern zu lassen, bestehen jedoch auch bestimmte Mindestanforderungen an die verschiedenen Bauteilkategorien eines Gebäudes, die in Anlage 3, EnEV 2016 definiert sind.

Im Folgenden sind die Anforderungen an Bauteile von Wohngebäuden aufgelistet, die im Heizfall auf über 19°C temperiert werden sollen (jeweils in [W/(m²K)]:

  • Außenwand                                                     0,24
  • Fenster                                                               1,30
  • Flachdach                                                         0,20
  • geneigte Dächer                                             0,24
  • Wand gegen Erdreich                                   0,30
  • Bodenplatte                                                     0,50
  • Decken nach unten gegen Außenluft    0,24

Im Regelfall lohnt sich jedoch eine verbesserte Wärmedämmung, in Abhängigkeit vom jeweiligen Flächenanteil eines Bauteils. Hier können mittels Simulation am zuvor erstellten 3D-Modell die wirtschaftlichsten Dämmstärken für alle Bauteile berechnet werden.

 

3) sommerlicher Wärmeschutz

Neben den Mindestanforderungen an die Dämmung für den winterlichen Wärmeschutz stellt die EnEV zudem Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz, um die sommerliche Überhitzung und somit die Notwendigkeit einer aktiven Kühlung (z.B. mittels Klimaanlagen) zu vermeiden. Die detaillierten Anforderungen sind in der DIN 4108-2 in der jeweils gültigen Fassung fixiert.

Bei Wohngebäuden ist hier in der Regel kein Zusatzaufwand zu erwarten, da mittels flexibler Verschattung (Jalousie, Rollladen) und nächtlicher Lüftung ein Überhitzen des Gebäudes vermieden werden kann. Für Nichtwohngebäude ist die Notwendigkeit einer Lüftungsanlage hingegen im Einzelfall zu prüfen.

 

Gerne können wir uns vorab unverbindlich über Ihr Vorhaben unterhalten. Wir freuen uns auf Ihren Anruf.

 


Unsere Leistung für Sie

Kontakt:

Sascha Doser, MSc

Mobil:

01577 | 13 14 778

Mail:

info@doser-energie.de

persönlich:

 Karlsruher Str. 21, 78048 VS-Villingen

CREDO:

 

Die Zukunft kann man am besten voraussagen,

wenn man sie selbst gestaltet!

(Alan Kay)